Der Blue Hope Diamant - 45,52 ct

Blue Hope diamond Harry Winston Smithsonian museum

Der Fundort des Blue Hope Diamanten wird der Kollur Mine im indischen Golkonda Gebiet zugeordnet. Sein Rohgewicht soll 115,16 ct betragen haben. Es gibt Vermutungen und auch relativ plausible Erklärungen, dass der Tavernier Blue, der um 1610 in den Golkonda Minen in Indien gefunden wurde, zum Blue Hope wurde. Der heutige Blue Hope lässt sich virtuell mit Verschnitt in den Tavernier hineinrechnen.

 

Der französische Diamanthändler Jean Baptiste Tavernier soll 1668 angeblich den blauen Diamanten an den französischen König Louis XIV verkauft haben. Dessen Hofjuwelier Sieur Pitau soll den Edelstein in einen dreieckigen Tropfen von 67,50 ct geschliffen haben. In den Wirren der Französischen Revolution wurde der Hope gestohlen und galt gemeinhin als verloren. Jedoch ist die Historie bis heute nicht eindeutig geklärt.

 

 

Reproduktion in London Blue Topas, 49,89 ct, von Rolf Ehrhard, Januar 2021.

 

1824 wurde der blaue Diamant, wohl als Rohstein (!), nach seinem Besitzer Henry Philip Hope, einem Londoner Bankier niederländischer Herkunft, benannt. Diese Jahreszahl kann als erste fundierte Dokumentation des blauen Diamanten als sicher beschrieben werden. Nach seinem Tod im Jahr 1839 entbrannte zwischen seinen drei Neffen ein Streit um das blau funkelnde Erbe und Henry Tomas Hope erwarb schließlich den Diamanten zusammen mit sieben weiteren Juwelen der Sammlung. In den Jahren 1841 wurde der Blue Hope dann auf der „Great Exhibition of London“ und 1855 auf der „Exhibition Universelle“ in geschliffener Form ausgestellt.

 

Ab 1887 wurde Henry-Francis Hope-Pelham-Clinton weiterer Besitzer, nach seinem Bankrott im Jahr 1901 verkaufte dieser den Diamanten für GBP 29.000 an den Londoner Edelsteinhändler Adolf Weil. Weil wiederum verkaufte an den Diamantenhändler Simon Frankel, New York, dieser im Jahre 1908 für $ 400.000 an Salomon Habib, Paris. Habib 1910 an den Edelsteinhändler Rosenau. Rosenau verkaufte im gleichen Jahr für 550.000 Francs an Pierre Cartier. Cartier dann an die reiche Erbin Evalyn Walsh McLean, Tochter des Goldminenbesitzers Thomas Francis Walsh. Evalyn würde man heute für ihren exklusiven aber auch exzessiven Lebensstil als „It-Girl“ bezeichnen. Unter anderem trug sie an einem Collier den Blue Hope zusammen mit dem 94 karätigen Star of the East Diamanten und den viereckigen McLean Diamanten als Ringstein. Nach ihrem Tod 1947 wurde aus der Treuhand ihres Vermögens der Blue Hope an den New Yorker Diamantenhändler Harry Winston verkauft.

 

Harry Winston, der ebenfalls den Nassak Diamanten in einem Smaragdschliff ändern ließ, schliff 1958 die Rückseite des Blue Hope, um mehr Brillanz zu erzeugen, in seine heutige Form um. Am 08. November 1958 schickte der Diamanthändler den Blue Hope als versichertes Postpaket als Geschenk an das National Museum of Natural History des Smithsonian Institutes in Washington, wo er bis heute zu besichtigen ist.