Der Erzherzog Josef Diamant - 78,54

Erzherzog Josef August von Österreich (1872 – 1962) war der erste offizielle Besitzer des kissenförmigen Diamanten, mit einem ursprünglichen Gewicht von 78,54 ct. Es gibt keine Informationen an welchem Ort der Stein zu welchem Zeitpunkt gefunden und geschliffen wurde. Der Diamant wechselte in der Erbfolge dann zu seinem Sohn Erzherzog Josef Franz, der ihn im Juni 1933 einer ungarischen Bank hinterließ. 1936 wurde der Diamant an einen Unbekannten verkauft.

 

Auf einer Auktion in London tauchte der Erzherzog Josef Diamant dann wieder am 22. Juni 1961, ein Jahr vor dem Tod seines Namensgebers, auf. Christie‘s versteigerte den Diamanten 1993 für 6,5 Millionen US-Dollar an Alfred J. Molina, ein Juwelier aus Arizona, der den Diamanten von 78,54 ct auf 76,02 schleifen ließ. Es sind nach diesem Umschliff keine neuen Höhe- und Breitenangaben oder eine neue Form bekannt. Daher ist davon auszugehen, dass die Tafel um 2,52 ct abgetragen wurde. Bei alten Schliffformen, besonders bei den aus Indien stammenden, ist die Tafel in Proportion zum gesamten Stein immer sehr klein und der Diamant zeigt dadurch weitaus weniger Brillanz. Durch eine vergrößerte Tafel erhält der Stein mehr Licht und somit mehr Reflexionen.

 

Sängerin Celine Dion trug den Erzherzog Josef hochkantig gestellt als Anhänger an einem Diamant-Collier in der Konzert-Show „A new day has come, CBS Special“ in Los Angeles im Februar 2002. International ist der Diamant auch als Archduke Joseph bekannt.

 

Im November 2012 versteigerte Christie’s in Genf den Diamanten erneut, diesmal für 20.355 Millionen Schweizer Franken an einen unbekannten Eigentümer. Unabhängig von einander lauteten im September 2012 die Expertisen des GIA Gemolocical Institute of America sowie dem Luzerner Gübelin GemLab, die beide den Fundort der Golkonda Mine in Indien zuschreiben, dass der Diamant die Farbe D zeigt, intern einschlussfrei klar ist und chemisch rein Typ IIa ist. Nach dem Polarstern, der als „Reinster der Reinen“ gilt, ist der Erzherzog Josef der „Größte der Reinen“, der jemals bewertet wurde.

 

Reproduktion in Edeltopas, 80,0 ct, von Rolf Ehrhard, Allenbach.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

Der Jubilée Diamant - 245,35 ct

Der Rohstein in Form eines Oktaeder wog 650,80 ct und wurde im Jahr 1895 in der südafrikanischen Jagerfontain Mine gefunden. Noch ungeschliffen wurde der Stein zunächst nach dem damaligen Staatspräsidenten Francis William Reitz benannt.

 

Ein Jahr später kaufte ein Londoner Konsortium (bestehend aus den Diamanthändlern Beit & Co., Wernher, Barnato Bros. und Mosenthal Sons & Co.) den Edelstein zusammen mit dem Excelsior Diamanten und man ließ beide Steine in Amsterdam von M.B. Barends schleifen. Zu Ehren des 60. Jahrestages der Krönung von Queen Victoria wurde 1897 der Reitz-Diamant zum Jubilée Diamanten umbenannt.

 

Auf der Pariser Weltausstellung wurde der Jubilée erstmals der Öffentlichkeit gezeigt und im gleichen Jahr von Sir Dorabji Tata, ein indischer Industrieller und Hotelbesitzer der u.a. mit Baumwolle und Stahl handelte, für seine Frau Meherbai gekauft worden sein. Nach dem Tod Meherbai, sie starb 1931 an Leukämie, verkaufte der Unternehmer den Diamanten und gründete aus dem Erlös den Sir Dorabji Tata Trust zur Erforschung dieser Krankheit.

 

Der Jubilée befindet sich heute zusammen mit dem Excelsior und dem Taylor-Burton Diamanten in der größten privat geführten Diamant-Sammlung von Robert Mouawad, einem milliardenschweren Juwelier und Luxusmakler aus Manama im Bahrain.

 

Reproduktion in Edeltopas, 215,0 ct, von Emil Juchem.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

Nichtsnutzige Kabinettsteine

In der Pariser Mode gibt es die Prêt-a-Porter und die Haute Couture. Mit der Konfektion verdient man das Geld und durch die Stilisierung treibt man das handwerkliche Können auf die Spitze und schafft damit ein Image. Als Haute Couture sind die sogenannten Kabinettsteine zu verstehen. Völlig nutzlos und unbrauchbar für die Verwendung im Schmuck sind diese überdimensionierten Schliffe in sauberen Quarzen wie Bergkristall oder Rauchquarz gefertigt. Aus den besten Rohsteinen wurde das bestmögliche Ergebnis mit dem größtmöglichen Gewicht geschliffen. Ein Kabinettstein repräsentierte in seiner Übertreibung nicht nur das handwerkliche Können eines Schleifers, sondern auch das künstlerische Bewusstsein für Form und Proportion. Neben der Pflicht, handelt es sich bei diesen Schliffen um die Kür, die man auch als Geniestreich bezeichnen kann.

 

Emil Juchem nutzte diese Darstellungsform zum Experiment und zur Selbsterfahrung. Durch entsprechende Größe waren neue Formen möglich, sowie die mannigfaltigen Anordnungen von Facetten. Der sogenannte NATO-Stern (Abb. rechts), wie Juchem diesen Kabinettstein aus Bergkristall mit den Abmessungen 80 x 58 x 44 mm bezeichnete, zeigt nur nicht eine ungewöhnliche neue Form und Silhouette, sondern die Facettenspiegelungen sollten einen Stern auf der Rückseite erzeugen. Auch der runde Bergkristall, in der Abbildung oben, mit einem Durchmesser von 80 mm und einer Tiefe von 55 mm in einem superlativen Diamantschliff lassen den Schleifer seine Grenzen austesten. Erfahrungen und Erkenntnisse aus dieser Übertreibung wurden dann auf verkäufliche Anfertigungen abgewandelt und übertragen. Häufig findet man in Idar-Obersteiner Edelsteinschleifereien diese Kabinettsteine in den hauseigenen Vitrinen als Aushängehängeschild für das Können des Meisters.

 

Heute empfindet man diese Stücke als hemmungslos, fast kitschig. Swarowski & Co. haben ihren Beitrag in Form von Synthesen zu einer inflationären Entwicklung geleistet. Trotzdem sind Kabinettsteine nicht zu verachten, denn sie sind die Auszeichnung eines talentierten Schleifers, der es versteht sein Handwerk im wahrsten Sinne auf die Spitze zu treiben.

Der Pigot Diamant - 47,38 ct

Der Pigot blickt auf eine bewegte Geschichte mit vielen Besitzern und einem ungewöhnlichen Verkauf, weshalb er auch als Lottery Diamond bezeichnet wird, zurück. Es gilt als belegt, dass der Edelstein im 18. Jahrhundert in der Region der Golkonda Mine in Indien gefunden wurde und gelang dort als Schenkung in den Besitz des britischen Gouverneurs des indischen Madras, George Pigot. Dieser überführte den roh geschliffenen Diamanten im Juni 1764 an Bord der East Indiaman Plassey nach England und wurde in London über einen Zeittraum von zwei Jahren und Kosten in Höhe von 3000 GBP zu einem ovalen Diamanten mit wenig Tiefe und Brillanz geschliffen.

Nach dem Tod von Pigot im Jahr 1777 erbten seine Brüder Robert und Hugh den Diamanten und diese nach ihrem Tod an insgesamt 6 Kinder. Die Erbengemeinschaft versuchte vergeblich den Edelstein zu verkaufen. Am 02. Juni 1800 wurde dann im Britischen Parlament die Durchführung einer Lotterie zum Verkauf des Diamanten zugestimmt und 11428 Tickets für eine Summe von 23998 GBP verkauft. Gewinner waren John Cruikshank, Richard Blanchford, John Henderson aus London sowie William Thompson aus Walworth mit der Losnummer 9488. 1802 verkauften diese den Diamanten über das Auktionshaus Christie’s an die Juweliere Rundell und Bridge (die ebenfalls den Nassak Diamanten kauften und umschliffen), die ihn 1804 Napeoleon Bonaparte vergeblich zum Kauf anboten. Im Jahr 1822 haben die Juweliere den Pigot dann an den Khedive Muhammad Ali von Ägypten verkauft. Ab dann verschleiern sich die Listen der Besitzer und der Verbleib.

 

Die Abmessungen zum Pigot sind nicht dokumentiert, lediglich die Karatzahl mit 47,38 ct ist bekannt. So wurde die Nachfertigung auch nur auf Vermutung geschliffen und wiegt mit seinen 100 ct doppelt so viel gegenüber dem Original. Der originale Pigot wird als flacher Diamant mit wenig Tiefe und somit auch wenig Brillanz beschrieben. Der Nachschliff hingegen hat eine Tiefe und kommt dem klassischen Brillantschliff entgegen.

 

Reproduktion in Edeltopas, 100,00 ct, von Emil Juchem.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

Der Stern von Südafrika Diamant - 47,96 ct

Oft gehen die Legenden auseinander, wenn es um die Geschichte berühmter Diamanten geht. Emil Juchem schreibt, dass die Tochter von Schalk van Niekerk mit Kieseln spielte und es stellte sich heraus, dass es Rohdiamanten waren. Van Niekirk erfuhr dann, dass eine Südafrikanerin einen größeren Diamanten hätte und er kaufte ihn ihr für 500 Tiere, wie Schafe und Pferde, ab. Brian Roberts beschreibt in seinem Buch „Kimberly: turbulente Stadt“, das ein Hirtenjunge 1869 den Rohdiamanten am Ufer des Orange River gefunden hat und von Van Niekirk für 500 Schafe, 10 Ochsen und einem Pferd verkauft wurde. Fakt ist, dass der Rohstein 83,5 ct wog und nach diesem Fund die Kimberley Mine erschlossen wurde.

 

Van Niekerk verkaufte den Stein an die Lilienfeld Brothers in Hopetown. Diese verkauften den Diamanten weiter nach England an Louis Hond (der Diamanten in Tropfenform schliff), dieser an Hunt & Roskell, bis er von dem Earl of Dudley, William Ward, für einen Kopfschmuck seiner Frau zusammen mit 95 Diamanten verarbeitet wurde. Bis zum 02. Mai 1974 blieb der auch als Dudley-Diamant gezeichnete Edelstein im Besitz der Wards und wurde dann in Genf an einen unbekannten Käufer versteigert.

 

Der tropfenförmige Stern von Südafrika wird als besonders rein und mit einer strahlenden Brillanz beschrieben.

 

Reproduktion in Edeltopas, 65 ct, von Emil Juchem.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

Der Pascha von Ägypten Diamant - 40,0 ct

Im Jahre 1874 wurde der Pascha Diamant zum ersten Mal von Louis Dieulafait in seinem Buch über Diamanten beschrieben. Eine Zeichnung zeigt darin den Pascha im 8eck-Schliff. Es ist dokumentiert, dass Woolworth-Erbin Barbara Hutton den Diamanten in eine rundere Form schleifen ließ und der Stein nach 40 ct nur noch 36 ct wog. König Farouk von Ägypten wird als weiterer Besitzer genannt. Der Pascha Diamant befindet heute in einer Privatsammlung.

 

Die Nachbildung in Edeltopas weicht erheblich im Gewicht vom Original ab. Zwar sind die Abmessungen von Länge und Breite bis auf einen halben Millimeter genau eingehalten, jedoch weicht die Tiefe mit 18,0 mm knapp 7 mm vom originalen Diamanten ab, so dass ein Unterschied von 33 ct entsteht. Das ist darauf zurückzuführen, dass zur Zeit des Nachschliffes nur wenig Informationen vorlagen und die Nachbildung bei fehlenden Angaben so geschliffen wurde, dass unabhängig zum Original ein schöner und brillanter Schliff entsteht.

 

Reproduktion in Edeltopas, 77,49 ct, von Linda Ehrhard.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

Der E. Dresden Diamant - 76,5 ct

Emil Juchem schreibt zur Historie, dass ein Herr von Edward H. Dresden aus London diesen Diamanten 1857 im brasilianischen Minas Gerais mit einem Rohgewicht von 119,5 ct gefunden hat. Der Englisch Dresden, oder auch E. Dresden genannt, wurde in London von Costers of Amsterdam geschliffen und für $ 200.000 verkauft.

 

Der Name Graekwar von Baroda aus Indien wird als neuer Besitzer 1934 genannt. Im Jahr 1948 wird ein Foto mit seiner Frau Sita Devi von Baroda veröffentlicht, das die Maharani mit einem unglaublichen Collier aus großen Diamanten zeigt. Darauf ist der neben dem Englisch Dresden auch der Stern des Südens zu sehen.

 

  

Reproduktion in Edeltopas, 86,57 ct, von Linda Ehrhard.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

Der Polarstern - 41,28 ct

Der Diamant- und Edelsteinschleifer Emil Juchem bezeichnete den Polarstern in seiner Beschreibung „von reinstem Wasser“ und meinte damit, dass der Diamant von seiner Klarheit besonders sauber und makellos ist. Er gilt als „Reinster der Reinen“ aufgrund seiner absoluten Farblosigkeit. Das Fehlen von Verunreinigungen durch Stickstoff, Bor und Wasserstoff macht den Diamanten chemisch rein und vollkommen farblos. Auch ist die Kristallstruktur perfekt geformt, ohne plastische Verzerrungen. Man geht davon aus, dass Rohdiamant die perfekte Form des Oktaeders hatte. Strukturelle Verzerrungen im Diamanten können dem Edelstein auch seltene, ausgefallene Farben verleihen, indem sie das Absorptionsspektrum des Diamanten ändern.

Die ersten Aufzeichnungen zu einem dokumentierten Besitz gehen auf Napoleon Bonapartes Bruder, Joseph Bonaparte im Jahr 1806 zurück. Für 52.500 Franken habe dieser den Diamanten von einem Herrn Morton erworben. Danach ging er in den Besitz der russischen Prinzessin Tatjana Youssoupoff (die Nichte von Grigory Alexandrovich Potemkin, dem Besitzer des Eugénie Diamanten), die den Diamanten 1924 über Cartier in Paris an Lady Deterting verkaufte, die Witwe des Gründers von Royal Dutch Shell. Ein anonymer Sammler aus Sri Lanka, wohl ein Edelsteinhändler, ersteigerte 1980 bei Christie‘s den Polarstern für 4,6 Millionen US Dollar.

Der Polarstern erhielt seinen Namen in Anlehnung an Polaris, dem Nordstern. Der Kissenschliff zeigt einen achtstrahligen Stern auf der Rückseite und sei so perfekt ausgeführt, dass der Diamant von alleine auf der Culet stehen bliebe.

 

Vor seiner Versteigerung 1980 wurde der Polarstern vom Gubelin Gem Insititut in Genf begutachtet und die Erkenntnisse zur absoluten Klarheit veröffentlicht. Leider blieb eine Anfrage bezüglich der exakten Abmessungen des Polarsterns unbeantwortet.

 

2006 wurde der Polarstern Motiv eines Gemäldes des Londoner Künstlers Damien Hirst. Dieses Kunstwerk wurde 2001 für $ 362,500 bei Christie’s in New York versteigert.

 

 

 

Reproduktion in Edeltopas, 45,84 ct, von Rolf Ehrhard, Allenbach.

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Der Florentiner Diamant - 140,91 ct

Florentiner Diamant Florentine diamond Tavernier Medici
Florentiner Diamant, nach Tillander, in Gelbquarz

Der Florentiner, der im Besitz der Medici in Florenz war und daher seinen Namen bezog, wurde in der Literatur mit einer hellgelben Farbigkeit mit einer leicht grünen Tönung beschrieben.

Gefunden wurde dieser farbige Diamant in der Golkonda Mine in Indien. Weitere berühmte Diamanten wie der Schah von Persien, der Orloff, der Großmogul, der Nassak, sowie der blaue Wittelsbach (heute Wittelsbach-Graff), und der Dresden Grün sind aus dieser Mine bekannt. In dieser genannten Riege gilt der Florentiner als einer der anspruchsvollsten, aber auch vollendetsten Schliffe aus dieser Zeit. Sein Gewicht wurde damals mit 137,27 ct angegeben, was 140.91 ct in heutiger Karatangabe entspricht.


Jean-Baptiste Tavernier (1605-1689), ein französischer Edelsteinhändler, dokumentierte den Diamanten erstmals 1657 als er sich im Besitz der Medici in Florenz befand. Dabei zeichnete er eine sternförmige Silhouette des Diamanten. Der Florentiner wurde im 15. Jahrhundert auch als Tuscan oder Tuscany Diamond bezeichnet.


1737, nach dem Tod des letzten Medici, wurde der Florentiner durch Franz von Lothringen, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, in die Österreichischen Kronjuwelen in der Wiener Hofburg aufgenommen. Eine schwarzweiße Fotoaufnahme aus dem Jahr um 1900 einer Parrure-Brosche, als Teil eines Hutgesteckes, der Habsburger in Österreich soll angeblich den Florentiner in einer Fassung zeigen. Jedoch weicht diese Silhouette, von Tillander dokumentierten Form, erheblich von den Aufzeichnungen von Tavernier ab und zeigt eine tropfenförmige abgerundete Ansicht. Daher kann man lediglich Mutmaßungen zur Form anstellen. 
Für Reproduktionen gelten beide Formen als richtig, sofern man diese auf Tavernier oder Tillander bezieht. Auch liegt die Vermutung nahe, dass ein neuer Besitzer gerne einen neuen Schliff an einem Diamanten vollzog, um einen eigenen Namen für die Geschichte zu etablieren. So wurde der Florentiner im Besitz der Habsburger auch als Austrien Diamond oder Austrian Yellow bezeichnet. Leider wirkten sich solche Umschliffe, wie auch im Fall des Koh-I-Noor, dramatisch auf Kosten des Gewichtes und die Brillianz eines Diamanten aus.

 

Nachdem der Habsburger Karl II aus Österreich nach dem Ersten Weltkrieg in Schweizer Exil ging, war der Florentiner noch in seinem Besitz. 1918 wurde der Diamant angeblich von einem Vertrauten des Hofes gestohlen. Seither kursieren Gerüchte um den Verbleib des Diamanten.

Florentiner Diamoant Florentine diamond Tavernier
Drei Nachbildungen des Florentiner Diamanten, nach Tillander.

Für einen Nachschliff (rechts), den ich nun zusammen mit meinem Vater, dem Edelsteinschleifer Rolf Ehrhard, durchführte, habe ich einen annähernd farblich passenden Gelbquarz ausgesucht. In alten Unterlagen habe ich eine korrigierte Beschreibung von Herr Devitte gefunden, die den Schliff nach Tillander als 9-sided double rose cut beschreibt und, anstatt 171, lediglich 135 Facetten aufzeigt.

 

Die drei Nachschliffe des Florentiner der Emil-Juchem-Sammlung zeigen zum einen eine Anfertigung in Weißtopas (Dichte bei 3,56) mit 122,85 ct, in Citrin (Dichte bei 2,65) mit 137,27 ct und in Gelbquarz (Dichte bei 2,62) mit 80,51 ct. Hierbei stellt sich eindrucksvoll dar, wie unterschiedlich sich die Dichte eines Edelsteines auf das Gewicht auswirkt. Obwohl die Abmessungen von Höhe und Breite nahezu identisch sind, liegen große Unterschiede im Gewicht der beiden Anfertigungen in Quarz vor. Es ist davon auszugehen, dass der Florentiner durch seine Tiefe ein großes Volumen aufzeigte.

 

Links: Emil Juchem, Wirschweiler, 1960ger, Edeltopas, 122,85 ct. 

Mitte: Rudolf Dröschel, Idar-Oberstein, 1970ger, Citrin, 137,27 ct.

Rechts: Rolf Ehrhard, Allenbach, 2020, Gelbquarz, 80,51 ct.

 

Um sich der Präzision der Reproduktion zum Original in Diamant zu nähern, lassen sich über den den Topas sehr gut Rückschlüsse auf die wirkliche Größe ziehen. Es ist zu vermuten, dass der Florentiner tiefer als 20 mm war. Der Schliff dieses historischen Steines ist so komplex, dass er höchste Ansprüche an das Schleifen stellt und nur von ganz wenigen Schleifern so präzise ausgeführt werden kann.

 

Emil Juchem schreibt hierzu in seinen Aufzeichnungen: „Dieser Stein ist durch seinen herrlichen Schliff einer der schönsten Diamanten…Ich habe ihn nur wegen seines besonders schönen Schliffes in Bergkristall (und auch in Edeltopas) angefertigt.“

 

 

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

 

Das Januargespräch

AC: Du hast von 1991 bis 1994 im Musteratelier von ESCADA in München gelernt. Was waren Deine Gedanken, als Du erfahren hast, dass ESCADA nun 2020 bereits zum zweiten mal Insolvenz angemeldet hat?

ME: Natürlich habe ich das Wirken von ESCADA auch nach meiner Ausbildung verfolgt. Noch über Jahre hatte ich Kontakt und ja auch ein Sponsoring für meine Diplomkollektion 2000 in Form von Stoffen und Strickgarnen. ESCADA stand für eine exklusive internationale Mode für einen ganz bestimmten Typ Frau. Als ich mit meiner Lehre dort begann, war das Label mit mehr als einer Millarde DM Umsatz im Housse. Ich weiß noch, wie ein und dieselbe Hose 29.000 mal produziert wurde und die gesamte Kollektion hatte 1.800 Teile. Da stand eine unglaubliche Konfektion und unfassbare Leistung dahinter. Während meines ersten Lehrjahres verstarb dann die Gründerin Margaretha Ley. Sie war die Identifikationsperson von ESCADA, keiner verkörperte diese bestimmte Mode, diese Marke, diesen Frauentyp und auch den Luxus wie sie. Nach ihrem Tod war diese Identifikation nicht mehr da, und es nützte auch nichts, dass die Schaufensterpuppen in den Stores nach ihrem Abbild geformt waren. Ohne Margaretha Ley war ESCADA nicht mehr ESCADA. Danach dann das Übliche, ständiger Austausch im Design, man wollte die junge Kundin ansprechen, die diesen typischen ESCADA-Look aber nicht annahm. Dann ständige Prozesse bezüglich Plagiatsvorwürfen, zu viele Lizenzvergaben und ständig neue Investoren und Inhaber. 2009 die erste Insolvenz und wieder ständige Wechsel. Irgendwann ist die Kuh dann gemolken...und muss vom Eis.

AC: Welche Marke, für die Du gearbeitet hast, hat 2020 Deiner Meinung nach richtig gehandelt?

ME: BIRKENSTOCK! Mir gefällt Oliver Reichert als neuer CEO von BIRKENSTOCK sehr gut. Der Mann schaut dort hin wo es weh tut und handelt entsprechend. Er hat sich zum Beispiel vom Verkauf über Amazon getrennt, da dieser Onlinehandel auch Kopien verkauft und nicht die Marke schützt. Auch gefällt mir, dass er nicht auf diese Flut von Influenzern und Bloggern vertraut, um die Marke zu kommunizieren. Er setzt auf den Onlinevertrieb mit einem sehr guten eigenen Shop. BIRKENSTOCK ist heute natürlich auch nicht mehr die Firma, wie sie es 1987 war als ich dort neue Designs entwarf. Damals war es ja noch ein Familienunternehmen mit Carl Birkenstock und seinen drei Söhnen. Als einzigen Kritikpunkt hätte die vielen Kooperationen und Sonderkollektionen mit anderen Marken und Designern. Das verwässert ein wenig das Eigene. Auch würde ich im Design ein wenig näher an der Idee von einem Schuh im orthopädischen Sinne von Carl Birkenstock bleiben, da könnte man auf den Punkt tolle Sachen machen.

 

AC: Hast Du noch Kontakt zu Philip Treacy in London?

ME: Ja, habe ich. Philip macht es übrigens in dieser Krise genau richtig: Er macht noch elegantere Hüte. Es ist unsere Aufgabe als Designer in so einer Zeit dem Menschen durch besonders schönes Design Hoffnung zu geben. Es geht nicht darum, trotz aller Widrigkeiten, einfach nur durchzuhalten, sondern weiter zu machen und sich noch mehr anzustrengen und sein Bestes zu geben um noch Schöneres zu kreieren.

 

AC: Markus, wie hat sich nach diesem Krisenjahr 2020 Dein Geschäft verändert?

ME: 2019 haben sich in meinem Vertrieb schon einige Anzeichen angedeutet, die sich dann im letzten Jahr erst recht verstärkt hatten. Ich spreche da vom Rückgang im Einzelhandel, mit 40% weniger Umsatz 2020. Zum Glück konnte ich 15% Zuwachs im Onlinehandel verbuchen. Mein Schmuck war in acht Geschäften vertreten. Jetzt sind meine Arbeiten nur noch direkt in meinem Onlineshop erhältlich und ich konnte dadurch für meine Kunden die Preise senken. 

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Der Blue Hope Diamant - 45,52 ct

Blue Hope diamond Harry Winston Smithsonian museum

Der Fundort des Blue Hope Diamanten wird der Kollur Mine im indischen Golkonda Gebiet zugeordnet. Sein Rohgewicht soll 115,16 ct betragen haben. Es gibt Vermutungen und auch relativ plausible Erklärungen, dass der Tavernier Blue, der um 1610 in den Golkonda Minen in Indien gefunden wurde, zum Blue Hope wurde. Der heutige Blue Hope lässt sich virtuell mit Verschnitt in den Tavernier hineinrechnen.

 

Der französische Diamanthändler Jean Baptiste Tavernier soll 1668 angeblich den blauen Diamanten an den französischen König Louis XIV verkauft haben. Dessen Hofjuwelier Sieur Pitau soll den Edelstein in einen dreieckigen Tropfen von 67,50 ct geschliffen haben. In den Wirren der Französischen Revolution wurde der Hope gestohlen und galt gemeinhin als verloren. Jedoch ist die Historie bis heute nicht eindeutig geklärt.

 

 

Reproduktion in London Blue Topas, 49,89 ct, von Rolf Ehrhard, Januar 2021.

 

 

1824 wurde der blaue Diamant, wohl als Rohstein (!), nach seinem Besitzer Henry Philip Hope, einem Londoner Bankier niederländischer Herkunft, benannt. Diese Jahreszahl kann als erste fundierte Dokumentation des blauen Diamanten als sicher beschrieben werden. Nach seinem Tod im Jahr 1839 entbrannte zwischen seinen drei Neffen ein Streit um das blau funkelnde Erbe und Henry Tomas Hope erwarb schließlich den Diamanten zusammen mit sieben weiteren Juwelen der Sammlung. In den Jahren 1841 wurde der Blue Hope dann auf der „Great Exhibition of London“ und 1855 auf der „Exhibition Universelle“ in geschliffener Form ausgestellt.

 

Ab 1887 wurde Henry-Francis Hope-Pelham-Clinton weiterer Besitzer, nach seinem Bankrott im Jahr 1901 verkaufte dieser den Diamanten für GBP 29.000 an den Londoner Edelsteinhändler Adolf Weil. Weil wiederum verkaufte an den Diamantenhändler Simon Frankel, New York, dieser im Jahre 1908 für $ 400.000 an Salomon Habib, Paris. Habib 1910 an den Edelsteinhändler Rosenau. Rosenau verkaufte im gleichen Jahr für 550.000 Francs an Pierre Cartier. Cartier dann an die reiche Erbin Evalyn Walsh McLean, Tochter des Goldminenbesitzers Thomas Francis Walsh. Evalyn würde man heute für ihren exklusiven aber auch exzessiven Lebensstil als „It-Girl“ bezeichnen. Unter anderem trug sie an einem Collier den Blue Hope zusammen mit dem 94 karätigen Star of the East Diamanten und den viereckigen McLean Diamanten als Ringstein. Nach ihrem Tod 1947 wurde aus der Treuhand ihres Vermögens der Blue Hope an den New Yorker Diamantenhändler Harry Winston verkauft.

 

Marilyn Monroe besang Harry Winston in ihrem Lied „Diamonds are a girls best friends“ im Film „Blondinen bevorzugt“. Madonna trug ein Harry Winston-Ensemble 1991 bei ihrem Auftritt zu „Sooner or later“ bei den Oscars 1991 und warf, nachdem sich ihr Ohrclip in ihren Haaren verfangen hatte, diesen einfach ins Publikum. Durch diese Aktion stellte sich jedoch heraus, dass die gesamte Garnitur nicht, wie von Harry Winston Inc. angekündigt, 20 Million US-Dollar wert war, sondern reine Fakes waren. Winston’s Image war funkelnd, aber, im Gegensatz zu seinem Konkurrenten Charles Tiffany, nicht sonderlich rein und brillant. Zwar galt er als „Jeweler of the Stars“, betitelte aber sich selbstherrlich als „the King of Diamonds“.

 

Harry Winston, der ebenfalls den Nassak Diamanten in einem Smaragdschliff ändern ließ, schliff 1958 die Rückseite des Blue Hope, um mehr Brillanz zu erzeugen, in seine heutige Form um. Am 08. November 1958 schickte der Diamanthändler den Blue Hope als versichertes Postpaket als Geschenk an das National Museum of Natural History des Smithsonian Institutes in Washington, wo er bis heute zu besichtigen ist.

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Der Dresden Grün Diamant - 41,0 ct

Dresden Grün Diamant Grünes Gewölbe Dresden Reproduktion
Dresden Grün - Reproduktion in Russischem Quarz

Die genaue Herkunft des Dresden Grün ist nicht eindeutig geklärt. Er wird aufgrund seiner besonderen Farbigkeit der Golkonda Mine in Indien zugeschrieben. Es gibt aber auch Publikationen die den Farbdiamanten einer brasilianischen Herkunft zuordnen. Besonders ist seine Grüntönung, die auf radioaktive Strahlung in seiner Lagerstätte zurückzuführen ist.

 

Erstmals wird der Dresden Grün 1722 in London genannt, da er dort von einem Rohgewicht von 119,5 ct auf sein heutiges Gewicht von 41 ct birnenförmig geschliffen wurde.

 

Kurfürst und König August III. kaufte 1741/1742 den Diamanten auf der Ostermesse in Leipzig vom niederländischen Diamantenhändler Delles für angebliche 400.000 Taler. 1768 wurde der Diamant von Hofjuwelier Johann Friedrich Dinglinger zu einer Agraffe für eine Hutkrempe gefertigt. In einer eigenen Fassung ist der Diamant aus dieser Montur herausnehmbar.

 

Ab 1945 befand sich der Dresden Grün als Kriegsbeute in der Sowjetunion und kehrte 1958 als Teil der sächsischen Kronjuwelen zurück in das Neue Grüne Gewölbe im Dresdener Residenzschloss.

 

Für die Reproduktion wurde ein sogenannter "Russischer Quarz" verwendet. Der kristalline Aufbau und die Zusammensetzung entsprechen einem Quarz, die Herstellung erfolgt jedoch auf künstlichem Weg. Durch Zugabe von Bor färbt sich der Kristall entsprecht in einer grün-blauen Tönung. Jede Farbigkeit und Farbintensität ist mit dieser Methode, die ausschließlich in Russland in blockförmigen Kristallen produziert wird, möglich herzustellen.

 

Reproduktion in aufkristallisiertem Russischen Quarz, 33,95 ct, von Rolf Ehrhard und Markus Ehrhard.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

 

 

Der Brillant-Schliff nach Emil Juchem

Es war im Jahr 1939 als der deutsche Professor W.F. Eppler den modernen Brillantschliff errechnete. Dieser Vollschliff zeigt in einem Diamanten optimale Spiegelungen des oberen Bereiches (der Krone, mit mindestens 32 Facetten, der Tafel und dem Rundiste, der den Durchmesser angibt) im unteren Bereich (dem Pavillion, mit insgesamt 24 Facetten und der Kalette bzw. Spitze).

 

Diese Schliffform bildet heute eine gültige Grundlage zur Bemessung und Bewertung eines Diamanten. Der durch die Winkelanstellungen von 32,2° in der Krone und 40,8° im Pavillion feststehenden Proportionen, kann anhand des Durchmessers das etwaige Gewicht in Karat zugeordnet werden. Schliffformen von vor 1939 werden als Altschliff betitelt und lassen Rückschlüsse auf die Entstehungszeit eines Schmuckstückes zu. Nur diese runde moderne Form wird als Vollschliff, Billantschliff oder als Brillant bezeichnet.

 

Emil Juchem erlernte den Beruf des Diamantschleifers, fertigte später aber auch Schliffe in weiteren Edelsteinarten wie Topas, Turmalin oder der Quarz-Gruppe. In eigens dafür hergestellten Präsentationskästen dokumentierte der Schleifer aus Wirschweiler in fünf Schritten den Schliff des modernen Brillanten von der natürlichen Oktaederform beginnend, hier in Bergkristall:

 

Abb. 1:  Oktaeder als Vier-Pint, wie er gefunden

Abb. 2:  Ein gesägtes Oktaederteil

Abb. 3:  Rundiert mit sichtbaren Riefen und erster Ecke

Abb. 4:  Stein auf Ecken und Tafel poliert

Abb. 5:  Stein auf Ecken und Hauptfacetten

Abb. 6:  Der fertige Brillant

 

Fotos und Kontent Markus Ehrhard

 

 

 

Noch vor dem Zeitgeist

In den frühen 1950er Jahren hat mein Großvater, Diamant- und Edelsteinschleifer Emil Juchem aus Wirschweiler, diese abstrakte Skulptur in Bergkristall geschliffen.

 

Zu dieser Zeit wurde an der Optimierung des heutigen modernen Brillantschliffes geforscht und man experimentierte an Spiegelungen durch berechnete Anordnungen von Winkeln.

 

Die Werkzeuge und Maschinen, wie ein Sandstein, den sich Juchem mit seinem Bruder teilte, waren nach dem Zweiten Weltkrieg dürftig. Mit den einfachsten Mitteln wurde mit viel Zeit und Überlegung gearbeitet. Als kreativer und handwerklich talentierter Mensch entwickelte Juchem sogar eigene Werkzeuge um innovativ und neu zu sein. 

 

Idar-Oberstein und seine Umgebung ist weltweit ein Begriff für die Verarbeitung von Edelsteinen und Herstellung von Schmuck. Oft waren und sind neben einer Schleiferei, auch ein Goldschmied, ein Graveur, ein Händler mit internationalen Kontakten, oder auch eine Gießerei oder ein Verpackungshersteller zu finden. Diese Konzentration bedeutete aber auch, dass eine große Konkurrenzsituation herrscht. Daher war es früher wie heute von Vorteil, anders zu sein, kreativ zu sein.

 

In vorangegangenen Blogartikeln habe ich mehrfach über die Replikationen und Nachschliffe berühmter Diamanten meines Großvaters gesprochen. Er begann damit 1962 und dieser Bereich wurde für die nächsten 12 Jahre sein Hauptgeschäft. Dennoch experimentierte er gerne mit neuen Formen, Be- und Verarbeitungen, sowie mit eigens entwickelten Werkzeugen. Studiere ich nun heute seine knapp 6 cm hohe Skulptur, so finde ich sie furchtlos und ein Wagnis für die Zeit der 1950er Jahre. 

 

Bernd Munsteiner, den ich in unserer Edelsteinregion als zeitgenössischen Künstler am meisten schätze, wurde in den 1970er/1980er Jahren für diese Edelsteinverarbeitung berühmt und etablierte mit seinen Arbeiten nicht nur international das Genre der Edelsteinskulptur, sondern setzte neue Maßstäbe.

 

Ich erkenne in der Arbeit meines Großvater gleiche Visionen und Ansätze. Aber diese kleine Skulptur zeigt mir als Designer auch, dass die Begabung von Sehen, Vorstellungskraft und räumlichen Denken, oder das Talent die richtigen Entscheidungen für Material, Farbe, Form und Proportion treffen zu können, nicht immer Garant einer erfolgreichen Arbeit bedeutet. Auch wenn eine Umsetzung gelingt, ist das Genannte völlig nutzlos, wenn man vor dem Zeitgeist liegt. Für mich beschreibt diese Skulptur eine Urform, ein Archetyp für eine neue Art. Sie setzt einen Bezugspunkt für weiterführende Entwicklungen und Folgewirkungen, und sie zeugt von reiner Kreativität.

 

Foto und Kontent: Markus Ehrhard

 

 

Der Stern von Este Diamant - 18,25 ct

„Ein hervorragender, vollkommen gleichmäßiger Brillant mit ausgezeichnetem Schliff und Feuer“, so beschreibt von Emil Juchem den Stern von Este.

 

Der Stern von Este ist nach seinem ersten Besitzer Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este benannt. Der Thronfolger von Österreich-Ungarn aus dem Haus Habsbrug-Lothringen wurde zusammen mit seiner Frau, Sophie Herzogin von Hohenberg, am 18. Juni 2014 bei einem Attentat in Sarajevo ermordet. Der Diamant ging über zur Österreichischen Krone an Kaiser Karl II., der 1918 ins Schweizer Exil flüchtete. Karl II. führte ebenfalls den Florentiner Diamanten auf seiner Flucht mit sich. Dieser wurde jedoch von Vertrauten gestohlen. Zuletzt wurde der Stern von Este 1951 genannt, als der Diamant von Farouk, dem Pascha von Ägypten, erworben wurde. Ein derzeitiger Besitzer ist nicht bekannt.

 

Die Angaben zum Stern von Este, der im Kissenschliff gefertigt ist, sind sehr ungenau. Es liegt heute lediglich die Karatangabe von 18,35 ct vor. Die Nachbildung von Emil Juchem zeigt in Edeltopas ein Gewicht von 53,85 ct an und man ging in den 1960ger Jahren davon aus, dass dieser Diamant weitaus größer sei. Ähnlich irritierend ist diesem Zusammenhang die unterschiedlich Annahmen zum Le Grand Condé, einem birnenförmigen Diamanten der für seine rosafarbene Tönung bekannt ist. Auch da weichen die enorm große Nachbildung mit 59,63 ct ab vom Original, welche heute mit 9,6 ct angegeben ist.

 

Man kann diese Abweichungen heute nur damit erklären, dass zur Zeit der damaligen Anfertigung einfach zu wenig Informationen vorhanden waren und man aus der Phantasie heraus geschliffen hat. Es haben sich viele Mythen um historische Diamanten gebildet, und das durch eine Übertreibung und Stilisierung der Nachbildung diese Mythenbildung, Faszination und Begehrlichkeit unterstützt wurde.

 

Reproduktion in Edeltopas, 53,85 ct, von Emil Juchem.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

 

 

Der Eugénie Diamant - 51 ct

Laut dem Buch über große brasilianische Diamanten vermutet der Autor Esmeraldino Reis, dass der Rohdiamant mit einem Gewicht von ca. 100 ct um 1760 in einer Mine im brasilianischen Minas Gerais gefunden wurde. Über Lissabon gelang der Edelstein zum Schleifen in die Niederlande.

 

Als erste Besitzerin wird die russische Kaiserin Katharina II. offiziell genannt, die den Diamanten in einem Haarschmuck trug. Als Geschenk erhielt ihr Geliebter Grigory Alexandrovich Potemkin den Edelstein und wurde als Potemkin Diamant bekannt. Nach dessen Tod 1791 erbte seine Nichte Gräfin Alexandra Branicka und nach ihrem Tod Prinzessin Ekatarina Pavlovna Bagration den Potemkin.

 

Kaiser Napoleon III. erwarb den Diamanten 1853 als Brautgeschenk für seine Kaiserin Eugénie de Montijo, die für ihren exquisiten Geschmack in Mode und Schmuck bekannt war. Heute würde man Eugénie als Stilikone bezeichnen. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg flüchtete 1870 die Kaiserin Eugénie mit ihrem Sohn Louis und einem Teil ihrer exklusiven Schmucksammlung zu Königin Viktoria nach England und musste dort 1872 schließlich den Diamanten über das Auktionshaus Christies verkaufen. Der Inder Malhar Rao Holkar, ein militärischer Sudebar, erwarb den Diamanten für ca. GBP 12.000. Im Jahr 1998 trat der Eugénie in der Ausstellung „Schätze der Zaren“ wieder in die Öffentlichkeit. Der Diamant ist mittlerweile in Privatbesitz eines Unbekannten.

 

Reproduktion in Edeltopas, 60,43 ct, von Emil Juchem.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

 

 

Der Tiffany Diamant - 128,51 ct

Die Geschichte zum kanariengelben Tiffany Diamanten ist im Vergleich zu anderen berühmten Diamanten der Historie relativ jung und unspektakulär. Seit seinem Fund, mit einem Rohgewicht von 287,42 ct, in der südafrikanischen Kimberly Mine im Jahr 1878 ist er im Besitz von Charles Lewis Tiffany in New York, der den Diamanten für 18.000 US-Dollar kaufte und im Kissenschliff schleifen ließ. Es war Tiffany der übrigens das Logo der New York Yankees entwarf. Für eine Gravur in einen Pokal setzte er die beiden Buchstaben "NY" zu einem weltberühmten Logo ineinander. Talent zeigte Tiffany in der Bestimmung seiner Designer. Ob Paloma Picasso, Elsa Peretti oder Frank Gehry, Tiffany präsentiert sich immer State of the Art. Auch zeigte Tiffany Spürsinn in der Auswahl einer Identifikationsfarbe für seine Marke. Eine Verpackung in diesem unverkennbaren Türkis assoziiert jeder sofort mit Tiffany.

 

 

Hingegen spektakulär und neu ist das Marketing das Tiffany mit dem gelben Diamanten verfolgt. Charles L. Tiffany war der Vorreiter von firmenbezogenen Image-Diamanten. Keine Monarchen oder Staaten sind die Eigentümer, sondern namhafte Weltmarken wie DeBeers, Bulgary oder Cartier haben nach Tiffany ihren eigenen einzigartigen Diamanten. Dabei handelt es sich immer um Neufunde. Den blauen Wittelsbach Diamanten hingegen hat der britische Juwelier Laurence Graff erworben, den Stein 2009 umschleifen lassen und ihn dann den Wittelsbach-Graff genannt.

 

Tiffany setzt in seiner Vermarktung auf ein personenbezogenes Marketing, was bei einer Präsentation immer dem aktuellen Zeitgeist entspricht. Erstmals trug Mrs. E. Sheldon Whitehouse den gelben Diamanten an einem kurzen Collier anlässlich des Tiffany Feather Ball 1957 in New Port. 1961 wurde der Edelstein im Film „Frühstück bei Tiffany“ gezeigt und für Imagefotos zum Film und für Tiffany’s von Audrey Hepburn als kurzen Choker getragen. Schmuckdesigner Jean Schlumberger entwarf diese Collierform, in der der Diamant separat als Brosche herausgenommen werden konnte. Für eine Schlumberger-Retrospektive im Musée des Art Décoratifs 1995 in Paris wurde der Tiffany zusammen mit einem Vogel in eine Brosche gesetzt. Dieses Schmuckstück trug den Titel „Bird on a Rock“ und wird noch heute in Abwandlung mit anderen besonders großen Farbedelsteinen von Tiffany produziert. 2019 trug Lady Gaga den Tiffany wieder in einer kurzen Collierform als Anhänger zur 91. Oscar Verleihung. Dieser Auftritt wurde allein in den USA von 29,6 Millionen Zuschauern gesehen.

 

2021 lanciert Tiffany die Kampagne „About Love“. Fotograf Mason Poole setzt den Tiffany Diamanten an einer langen Sautoirekette mit weißen Diamanten und das in tiffanytürkis gehaltene Gemälde von Jean-Michel Basquiat zusammen mit Sängerin Beyonce und ihrem Mann Jay-Z in Szene. Dabei wird der gelbe Diamant zum ersten Mal in der Geschichte von Tiffany in einer Werbekampagne eingesetzt und das Gemälde „Equals Pi“, das Basquiat 1982 malte, als Premiere der Weltöffentlichkeit gezeigt.

 

Der 1886 von Charles L. Tiffany eingeführte Verlobungsring mit einem Solitär Diamanten stellt bis heute das Kerngeschäft der Weltmarke dar und hat in den Vereinigten Staaten sogar die eigene Tradition geschaffen, dass die Frage aller Fragen kniend mit einem weißgoldenen Tiffany-Ring und einem Tiffany-Diamanten in einer türkisfarbenen Box gestellt wird. Auch wird die Nachhaltigkeit 2021 bei Tiffany im Marketing thematisiert. Die eingesetzten Diamanten werden verantwortungsvoll beschafft und die Herkunft ist verfolgbar. Tiffany erfindet sich immer wieder neu und hebt sich dabei von allen anderen Luxusmarken ab:

 

It’s cold outside of Tiffany‘s!

 

Emil Juchem beschrieb den Tiffany wie folgt: „Der Schliff ist außerordentlich schön und sorgfältig ausgeführt.“

 

Reproduktion in Gelbquarz, 105 ct, von Emil Juchem.

Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

Der Stewart Diamant - 120 ct

Häufig wurden bei geschichtsträchtigen Diamanten Abformungen des Rohfundes als auch vom fertigen Edelstein in Gips oder auch Blei, sowie Nachformungen in Holz angefertigt. Der Verarbeitungsprozess ist so zum Beispiel beim Cullinan genauestens belegt und im Fall des Umschliffes des Koh-I-Noor Diamanten auch die Weiterentwicklung dokumentiert. Leider liegen zum Stewart Diamanten wenig aussagekräftige Informationen vor.

 

Mit einem Rohgewicht von 288,5 ct wurde der Stewart im Jahr 1872 in der River Diggings von Waldecks Plant am Waal, Südafrika, gefunden und mit einem fertigen Gewicht von 120 ct für 180.000,- DM verkauft. An wen ist unbekannt. Daher bleibt dieser Nachschliff in Edeltopas auch nur eine Mutmaßung.

 

Reproduktion in Edeltopas, 155 ct, von Emil Juchem.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

 

 

Der Großmogul Diamant - 275,65 ct

Es ist überliefert, dass der Großmogul als größter Diamant in der Kollur-Mine, im Golkonda-Areal, am Kistalfluss in Indien mit einem Gewicht von 787,5 ct gefunden wurde. Auch ist überliefert, dass der Großmogul von dem venetianischen Schleifer Hortensio Borgis wohl ungünstig geschliffen und er dafür bestraft wurde.

 

Im Jahr 1665 besuchte der französische Edelsteinhändler Jean-Baptiste Tavernier auf Einladung den Großmogul Muhammad Aurungzeb Alamgir (sein Vater Shah Jahan erbaute für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal das berühmte Taj Mahal). Zum ersten und wohl auch letzten Mal wurde der Großmogul Diamant im Jahre 1676 in der Veröffentlichung von Tavernier als Zeichnung dargestellt und als „zweigeteiltes Ei“ beschrieben. Tavernier gab den Diamanten mit einem geschliffenen Gewicht von 279 9/16tel ct an, was in heutiger Gewichtangabe 275,65 ct entspricht. Seither gilt der Großmogul bis heute als verschollen.

Der russische Geologe und Gemologe Alexander Fersmann studierte zu Beginn 1900 den Orloff Diamanten in Moskau und kam wohl zu der Erkenntnis, dass es sich um den Großmogul handeln müsse. Dies könnte historisch als auch schlifftechnisch der Fall sein, aber es gibt keinen Beleg oder einen Beweis dazu. Der Großmogul wurde von Tavernier als gleichmäßig, symmetrisch und exakt geschliffen in der Zeichnung dargestellt, wohingegen sich der Orloff durch seine Ausführung als genaues Gegenteil in seiner Unregelmäßigkeit zeigt.

 

Der Schliff des Großmoguls ist als Kuppelschliff zu bezeichnen. Die Unterseite ist eine glatte Fläche und die Kuppel war wohl mit insgesamt 280 Facetten besetzt.

 

Reproduktion in Edeltopas, 320 ct, von Emil Juchem.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.

Daydream

Daydream
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Ornito Brand Ambassors: Jan & Jens

Jan und Jens sind die ersten Brand Ambassadors von Ornito. Die beiden Stuttgarter zeigen in ihrem Instagram Profil twins.aestetics, wie der ausdrucksstarke Schmuck aus Idar-Oberstein getragen wird. Den coolen Look kreieren sie selbst, ob mit freiem Oberkörper oder im oversized T-Shirt. Als Blogger und Influencer zeigen sie täglich ihrer wachsenden Fangemeinde, wie Mode und Fitness als Lifestyle von ihnen begriffen wird.

"Jan und Jens haben mich im Mai 2018 kontaktiert und wollten meinen Schmuck in einem Post vorstellen. Als Schmuckhersteller erhalte ich im Zeitalter von Bloggern ständig Anfragen dieser Art. Doch von den Jungs ging eine ganz besondere Ausstrahlung aus. Sofort konnte ich mir vorstellen, wie mein Schmuck den Look der beiden unterstützt. Jan und Jens sind ästhetisch und zugleich authentisch. Als Zwillinge geben sie sich nicht eineiig. In ihren Posts fordern sie sich immer in einem Battle heraus. Das macht das Folgen zusätzlich spannend", Markus Ehrhard.

Die Fotos macht übrigens der Vater: mow_photograhy

 

coloured emotions

Alles im Universum muss eine Farbe haben, sonst funktioniert das alles nicht.

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Erst die Freihandzeichnung, dann die Animation - The Artist's Eye

Die freihandZeichnung

Die Grafik

Die Animation


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Ornito nun auch auf www.shapeways.com

3d Design

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Drei Bücher über die Kunst der Senufo

Kunstbuch Kunst der Senufo, von Autor Markus Ehrhard
Buchreihe über die Kunst der Senufo, Elfenbeinküste, von Markus Ehrhard

Wenn Brauch Gebrauch beeinflusst

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Markus Ehrhard im Interview zum dritten Buch „Wenn Urform Form bestimmt“

Prägnante Werke von 25 Senufo-Schnitzern aus der Zeit von Anfang 1900 bis heute betrachtet der Trierer Diplom-Designer Markus Ehrhard in seinen drei Kunstbüchern aus Sicht eines Machers und Sammlers. Die nun letzte Veröffentlichung unter dem Titel „Wenn Urform Form bestimmt“ umfasst seine Montage von Ursache und Wirkung der Afrikanischen Skulptur auf unsere Kunst und das Design.

 


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Die Philosphie von www.symbolring.com

Es gibt nur einen nackten Mann und eine nackte Frau - alles andere ist Vermutung

Lebensgemeinschaften, schwule Lebensgemeinschaft, lesbische Lebensgemeinschaft, Gleichstellung
Mit www.symbolring.com Lebensgemeinschaften formen
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Neuer Online-Shop www.symbolring.com

Männlicher Symbolring

symbolring.com für Männer
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Weiblicher Symbolring

symbolring.com für Frauen
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Wie ein Ornito 3d-Design entsteht

Der Beginn ist eine heikle Angelegenheit. Es gibt immer ein Füllhorn an Ideen, doch oft sind deren Umsetzungen einfach nicht möglich. Nicht selten finde ich dann nach Jahren durch eine neu entwickelte Technik Wege, frühere Ideen und Design dann umsetzen zu können.

 

Der 3d-Druck ist eine solche Innovation. Grafiken, die ich vor 15 Jahren für coole T-Shirt Prints entworfen habe, kann ich heute als dreidimensionalen Schmuckanhänger konfektionieren. Anhand meines Haizahn Firmen-Logos zeige ich die verschiedenen Entwicklungsstufen bis hin zum fertigen Artikel.

 

In diesem Fall war zunächst der originale Haizahn in Silber, mein allererstes Design für meine Männerschmuck - Kollektion.

Originale Vorlage des Ornito Haizahn
Ornito Haizahn Silberanhänger
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Design ist Ordnung - Neuordnung ist Kunst, Teil III

Tugubele Figurenpaar von Ziehouo Coulibaly, Senufo aus dem Kunstbuch Wenn Neuordnung Ordnung schafft von Markus Ehrhard
Abb 3: Tugubele von Ziehouo Coulibaly, Senufo aus Korhogo, Elfenbeinküste
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Design ist Ordnung - Neuordnung ist Kunst, Teil II

Nyingife Figuren geschnitzt von Silué, Senufo, aus dem Buch Wenn Neuordnung Ordnung schafft von Markus Ehrhard
Abb 2: Nyingife Figuren von Songuifolo Silué, Senufo aus Sirasso, Elfenbeinküste

 

Kommen wir noch einmal auf die Skulptur zu sprechen. Inwiefern zeigt sich die Prägnanz eines Senufo-Schnitzers?

 

Ich verbildliche dies an einem Beispiel von drei kleinen Nyingife-Figürchen (Abb. 2), die dem Schnitzer Songuifolo Silué zugeschrieben werden. Ohne das Wissen des Goldenen Schnitts fertigte dieser Schnitzer aus Sirasso, Elfenbeinküste, bis Ende der 1970er-Jahre diese Schutzfiguren in gleicher Proportion bei unterschiedlichem Größenverhältnis (Oberkörper und Kopf stehen im Verhältnis 3:2 im Verhältnis zum Unterkörper mit Beinen). Elsy Leuzinger wird auf Seite 30 im Buch Ahnen – Geister – Götter, Hamburgisches Museum für Völkerkunde, Hamburg 1985, wie folgt zur afrikanischen Proportion zitiert: „Alles, was eine Idee verkörpert, alles, was der ästhetischen Funktion dient und dem Gleichgewicht der Form nützt, wird betont und mit besonderer Sorgfalt behandelt.“ Mal von ihrer sehr gut beschriebenen Bedeutungsproportion abgesehen, zeugt diese von Silué angewandte Streckenaufteilung meiner Meinung nach von einem enormen gestalterischen Bewusstsein. Dieses Talent ist mit dem „absoluten Gehör“ eines Musiker zu vergleichen. Ein gutes Design zeichnet sich zum Beispiel nicht nur durch Form, Farbe oder Material aus. Die Proportion ist das Entscheidende. Die Theorien des Goldenen Schnitts sind nicht in der Afrikanischen Plastik anzuwenden. Es ist schlichtweg falsch, eine afrikanische Figur mit da Vincis vitruvianischem Menschen zu vergleichen. Ich kenne mittlerweile die Werke einiger Koulé (Schnitzer) und Fono (Schmiede) der Senufo, sodass ich mit Bestimmtheit namentliche Zuschreibungen geben kann. Auch muss man wissen, dass ein sogenannter Schnitzmeister ein komplexes Lebenswerk hinterlassen hat. Oft hatten diese Familienmitglieder wie Söhne, Brüder oder Onkel, die ihnen zugearbeitet haben. Wenn ein Schnitzer bekannt war, wie eben ein Songuifolo Silué, Bakari Coulibaly, Sabariko Koné oder Ziehouo Coulibaly, dann waren ihre Arbeiten keine Seltenheit in der Region. Noch heute finden sich Skulpturen von Schnitzern, die 1950 verstarben und deren Name immer noch ein Begriff bei den Senufo ist.

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Design ist Ordnung - Neuordnung ist Kunst, Teil I

Kunstbuch Wenn Neuordnung Ordnung schafft von Markus Ehrhard über die Kunst der Senufo, Elfenbeinküste
Kpelie-Maske von Bakari Coulibaly, Senufo aus Dickodougou, Elfenbeinküste
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Ein Kleid für Grace Jones

Markus Ehrhard entwirft ein Kleid für Grace Jones
Entwurf: Kleid für Grace Jones, von Markus Ehrhard
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Kopfschmuck

Ornito Kopfschmuck mit geschnittenen Federkielen und Edelstein von Markus Ehrhard gefertigt
Kopfschmuck TWISTER Federkiele mit facettierten Onyxkugeln, von Markus Ehrhard
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Freihandzeichnen zwischendurch

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Isabella Blow

Buch When Philip met Isabella mit Widmungen von Philip Treacy und Isabella Blow
Widmungen im Buch "When Philip met Isabella" von Philip Treacy und Isabella Blow für Markus Ehrhard
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Die V&A-Tribute Show 2002

Philip Treacy erhält in London den Moet Chandon Fashio Tribute 2002
Moet Chandon Fashion Tribute to Philip Treacy at the V&A 2002
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Meine Zeit mit Philip Treacy, Teil II

Markus Ehrhard arbeitet in Paris 2003 zusammen mit Philip Treacy an der Warhol Wig aus Federn
Markus Ehrhard und Philip Treacy an der Warhol-Wig aus Federn, Paris 2003
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Meine Zeit mit Philip Treacy, Teil I

Markus Ehrhard mit Philip Treacy in Paris im Januar 2003
Philip Treacy mit Markus Ehrhard, Paris 2003
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Dann das konkrete Logo

Ring mit Haizahn: Das Ornito Logo in Grau mit Schriftzug
Ornito Logo
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Zunächst noch ein Experiment

Experimentelle und freie Arbeit von Designer Markus Ehrhard, Designer von Ornito
"Modern Protozon", experimentelle Arbeit von Markus Ehrhard
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Warum eigentlich der Name Ornito?

Semesterarbeit an der FH Trier von Markus Ehrhard. Thema: Der Vogel.
Semesterarbeit: Der Vogel von Markus Ehrhard, 1995
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