K-FEST 2024

Markus Ehrhard at Kfest 2024 in Killorglin
Markus Ehrhard and Alvis at K-Fest 2024. Photo by David Hegarty for K-Fest

Andreas Christ: Markus Ehrhard, erklären Sie uns doch bitte, was ist das K-Fest?

Markus Ehrhard: Das K-Fest findet einmal im Jahr am Bank Holiday Weekend Anfang Juni in Killorglin, im County Kerry in Irland, statt. Es ist ein Kunstfestival auf dem alle Kunstrichtungen, wie Musik, Tanz, Lesungen sowie Galerien mit insgesamt 58 bildschaffenden Künstlern ausstellen. Der beschauliche Ort steht an diesen vier Tagen Kopf, denn es gibt fast 24 Stunden lang am Tag Programm.

 

AC: Und wie sind Sie nun zu diesem Kunstfestival gekommen?

ME: Mein Mann und ich haben ein Cottage im Nachbarort und im Jahr 2019 besuchte ich zum ersten Mal das K-Fest und kaufte für das Haus junge irische Kunst. Ich fand die Stimmung besonders in den Galerien sehr inspirierend, denn die Künstler stellen in verquarzten und abgeranzten leerstehenden Gebäuden aus. Das hat seinen Charm, ist aber auch eine Herausforderung, wie ich später noch erfahren musste.

 

AC: Seit zwei Jahren haben Sie einen "Artist in Residence"?

ME: Für die Tage des K-Festes ist in und um Killorglin jedes Zimmer vergeben, und das zu Höchstpreisen. Es gibt sogar einige Künstler, die in ihrem Auto oder in Zelten schlafen. Und so hatten wir die Idee, für diese Zeit einen Künstler bei uns aufzunehmen. Als Dank lässt er uns dann ein kleines Werk im Haus. Im letzten Jahr hatten wir die deutsch-irische Künstlerin Cara Cleary mit ihrer Frau Becks zu Gast, und in diesem Jahr kam den Dubliner Lorcan Cassidy. Beide haben wir vor zwei auf dem K-Fest kennengelernt. Heute sind es unsere besten Freunde. Wobei, viele der Künstler sind mittlerweile unsere Freunde.

 

AC: Sehen Sie einen Unterschied zu Kunstfestivals in Deutschland?

ME: In der Tat gibt es da eklatante Unterschiede. Vorneweg möchte ich aber sagen wollen, dass das K-Fest auch für Irland besonders und einzig in seiner Art ist. Alle Künstler erhalten zum Beispiel ein Honorar von €150. Das hört sich nun als nicht viel an, aber es ist eine Anerkennung der Festivalleitung für die Künstler. Und wenn man mit seinen Arbeiten anreist und eine Unterkunft braucht, dann tun die €150 schon ganz gut, weil man ja keine Garantie hat, dass man auch was verkauft. Das Nächste ist der Verkauf an sich. Die Organisatoren verlangen keine Beteiligung am Verkauf. In Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit. Dave Ryan, der die Website des K-Festes betreibt, sagte mir einmal "the K-Fest is about the people!". Und das kann ich nur bestätigen. Hier ist jeder für jeden da und es gibt kein Konkurrenzdenken oder Kompetenzgerangel. In der bräsigen deutschen Künstlerszene ist ein Festival dieser Art unvorstellbar. Auch möchte ich betonen, dass ich das Honorar und meine Verkäufe alle in Deutschland versteuern muss, was in Irland steuerfrei ist.

Andreas Christ: Markus Ehrhard, please explain to us what is the K-Fest?

Markus Ehrhard: The K-Fest takes place once a year on the Bank Holiday Weekend at the beginning of June in Killorglin, Co. Kerry in Ireland. It is an art festival where all art forms, such as music, dance, readings and galleries with a total of 58 visual artists exhibit. The town is turned upside down on these four days, because there is a program for almost 24 hours a day.

 

AC: And how did you come to this art festival?

ME: My husband and I have a cottage in the neighbouring village and in 2019 I visited K-Fest for the first time and bought young Irish art for the house. I found the atmosphere very inspiring, especially in the galleries, because the artists exhibit in smoky and run down empty buildings. This has its charm, but is also a challenge, as I had to learn later.

 

AC: You have had an "Artist in Residence" for two years in row now?

ME: Yes, for the days of the K-Fest, every room in and around Killorglin is taken, and at top prices. There are even some artists who sleep in their cars or in tents. And so we had the idea of prodiving a room for this time. As a thank you, the artist then leaves a small piece of art in the house. Last year we had the German-Irish artist Cara Cleary and her wife Becks as guests, and this year the Dubliner Lorcan Cassidy. We met both of them two years ago at the K-Fest. Today they are our best friends. Although, many of the artists are now our friends.

 

 

AC: Do you see a difference to art festivals in Germany?

ME: There are indeed striking differences. First of all, however, I would like to say that the K-Fest is also special and unique in its kind for Ireland. For example, all artists receive a honoration of €150 for exhibiting. That doesn't sound much, but it is a recognition of the festival management for the artists. And if you have to travel with your work and you have to have an accomodation, then the €150 help a lot, because you have no guarantee that you will sell something. The next thing is the sale itself. The organizers do not require participation in the sale. In Germany, this is an impossibility. Dave Ryan, who runs the K-Fest website, once told me "the K-Fest is about the people!". And I can only confirm that. Here, everyone is there for everyone and there is no competition or wrangling over competence. In the brash German art scene, a festival of this kind is unimaginable. I would also like to emphasize that I have to pay tax on the honoration and my sales all in Germany, which is tax-free in Ireland.


AC: Und nun stellen Sie als Designer und Autor zum ersten Mal als Künstler aus?

ME: Genau, das K-Fest war mein erster Auftritt als Künstler mit Tuschezeichnungen, Collagen, Mosaiken, als auch Skulptur und Installation. Ich habe eine Bandbreite zeigen wollen und werde in Zukunft auch weiter in diesen Formaten arbeiten. Wie schon zuvor gesagt, sind die bereitgestellten Räumlichkeiten auf dem K-Fest alles andere als musealer Boden oder stylische Galeriewand. Ich hatte das Glück in der Boyles Hardware Halle auszustellen. Und man muss schon was bringen, um der Brutalität dieser Halle mit Ästhetik, und vor allem mit guten und kräftigen Farben, entgegen zu halten. Ich war mir der Herausforderung bewusst, und dennoch kniete ich fast drei Stunden auf dem Boden und war nicht in der Lage auch nur ein Bild zu positionieren. Später erkannte ich, dass das der Moment meiner künstlerischen Demut und auch das Realisieren meines künstlerischen Bewusstwerdens war.

 

AC: Konnten Sie sich so präsentieren, wie Sie es geplant hatten?

ME: Nein, meine Planung sah ganz anders aus. Ich hatte ja sechs Monate zuvor in Trier damit begonnen, über 100 Tuschezeichnungen anzufertigen. Aufgrund von Platzmangel auf dem K-Fest, spannte ich kurzerhand eine Leine an der dann 60 Zeichnungen hingen. Erst nachdem ich die Zusage hatte, auf dem K-Fest ausstellen zu dürfen, habe ich mit den Steinskulpturen und der Installation begonnen. Ich hatte also noch einiges in petto, nur für den Fall.

 

AC: Dirkete Frage: Haben Sie auch verkauft?

ME: Direkte Antwort: Ja! Zwei Steinskulpturen, fünf meiner Bücher zu den Historischen Diamanten und insgesamt 32 Tuschezeichnungen. Wobei ich sagen muss, dass ich auch einige Zeichnungen davon mit Kunstwerken anderer Künstler getauscht habe. An dem Mosaik, der Cromane Skulptur und an der Installation Balance hatte ich keinen Preis gesetzt.

Pimmelbild
"Superstar", Tusche auf Vlies

AC: And you, as a designer and author, are exhibiting for the first time as an artist?

ME: Exactly, the K-Fest was my first appearance as an artist with ink drawings, collages, mosaics, as well as sculpture and installation. I wanted to show a range and will continue to work in these formats in the future. As I said before, the rooms provided are anything but museum floors or stylish gallery walls. I was lucky enough to exhibit in the Boyles Hardware Hall. And you have to bring something to counter the brutality of this hall with aesthetics, and above all with good and strong colors. I was aware of the challenge, and yet I knelt on the floor for almost three hours and was unable to position even one picture. Later I realized that this was my moment of artistic humility and also of realizing my artistic awareness.

 

 

 

AC: Were you able to present yourself as you had planned?

ME: No, my planning was completely different. Six months earlier, I had begun to make over 100 of ink drawings in Trier.  Due to lack of space at the K-Fest, I unceremoniously spann a leash on which 60 drawings hung. After I selected to exhibit at the K-Fest, I then started with the stone sculptures and the installation. I still had a lot up my sleeve, just in case. 

 

 

AC: Directly question: Did you also sell?

ME: Direct answer: Yes! Two stone sculptures, five of my books on historical diamonds and a total of 32 ink drawings. But, I have to admit that I also exchanged some drawings with works of art with other artists. The mosaic, the Cromane sculpture and the installation Balance were not for sale.

 

Markus Ehrhard at Kfest 2024 in Killorglin
"Cromane", sculpture made of Cromane shells

AC: Hatten Sie auch den Mut die, wie Sie sie nennen, "Pimmelbilder" auszustellen?

ME: Aber natürlich, dafür habe ich diesen Zyklus "Safe Space" doch auch gezeichnet. Und ich möchte auch hier betonen, dass ich auch aus dieser Serie sehr gut verkauft habe. Auf dem K-Fest hatte ich einige dieser Tuschezeichnungen im hinteren Bereich meiner gespannten Leine platziert. Es ist mir unerklärlich, aber Kinder und Jugendliche sind zielgenau und wie von einem Magneten angezogen direkt zu diesen Arbeiten und zeigten die Bilder direkt ihren Eltern. Eine Mutter meinte dann genervt, dass sie nun wohl "das Gespräch" mit ihren Zöglingen haben werde. Und so habe ich auch was für die Aufklärung getan. Einem kleinen Jungen gefiel ein "Pimmelbild" besonders und er fragte seinen Vater, ob er ihm eine Zeichnung kaufen würde. Der leicht gestresste Vater meinte dann zu mir, dass der kleine Mann derzeit überall kleine Penisse zeichnet. Ich beruhigte den Vater und erklärte, dass diese Bilder bei mir auch nur eine Phase seien. Frauen reagierten besonders positiv, denn der Mann, in diesem Fall ja der schwule Mann, wird mit diesem Logo auf ein Symbol reduziert. Männer reagierten mehr auf die Bildtitel, die ja zum Teil aus Kategorien von Pornoseiten stammen, die durchaus bekannt waren. Also ich musste zum Beispiel "Gang Bang" oder "Bukkake" nicht weiter erklären.

 

AC: Aber sind diese Zeichnungen nicht doch anstößig?

ME: Nein, die "Pimmelbilder" sind überhaupt nicht anstößig, weil sie eindeutig und unmissverständlich sind. Sie wären anstößig, würden sie dem Betrachter Raum zur Vorstellung geben. Das ist dann die schmutzige Phantasie, die im Kopf stattfindet und darauf ziele ich nicht.

 

AC: Wie waren sonst die Reaktionen der Besucher auf Ihre Arbeiten?

ME: Ganz unterschiedlich. Ich hatte gerade erst am Freitag fertig aufgebaut, stand eine ältere Dame bei mir und meinte, dass ich aber noch den Boden unter den hängenden  Tuschezeichnungen sauber mache. Aber das ist genau das ist das, was Boyles Hardware ausmacht. Der Boden ist an dieser Stelle wohl mit Batteriesäure verätzt und lässt sich nicht reinigen. Der Samstag war sehr anstrengend, von der ersten Minute an. Es kamen viele Familien mit Kindern, die distanzlos alles anfassten, was nicht hoch genug stand oder hing. Es war den ganzen Tag lang laut und schrecklich! Daher dauerte es auch nicht lange, dass ein kleines Mädchen mit beiden Händen und voller Elan an der Installation rüttelte, diese fiel in sich zusammen und der Stein schlug an den kleinen Kopf. Die Beule war sofort dick, der Vater weiß wie die Wand und flüchtete mit dem Kind. Am Nachmittag kam ein junger Mann, den ich ermahnte, er solle die Installation bitte nicht anfassen. Er meinte frech, wenn man sowas macht und ausstellt, muss man auch damit rechnen. Gesagt, getan. Die gesamte Arbeit schlug krachend zu Boden. Absolute Stille in der Halle für Sekunden. Später lief mir dieser Mann kreidebleich über den Weg und er meinte, dass er eine Nahtoterfahrung hatte. Ich bin mir sicher, das Mädchen und er werden niemals mehr etwas anfassen und in Zukunft etwas mehr Respekt zeigen.

 

AC: Verlief der Sonntag dann besser?

ME: Wir hatten Sonntags auch wieder weit über eintausend Besucher in der Halle, aber ein komplett anderes Publikum. Die Gespräche waren weitaus anregender, man war interessierter und zeigte auch viel mehr Respekt. Zudem kamen sehr viele unserer Freunde und Nachbarn aus Glenbeigh. Und ab dem Sonntag wurde dann auch bei mir gekauft. Eine Dame zeigte reges Interesse an einer Tuschezeichnung. Sie meinte, dass sie zu engstirnig sei, dafür €50 zu zahlen. Ich meinte dann zu ihr, dass sie bei einem Preis von €30 auch keine Erweiterung ihres Horizontes haben würde. Sie ging, wie sie gekommen ist. Ich hätte auch €1.000 für das Blatt verlangen können, dann hätte sie und ich ein besseres Leben.

 

 

AC: Wie meinen Sie das?

ME: Ich habe ja nun zum ersten Mal Preise für meine künstlerischen Arbeiten festgelegt. Und €50 für ein unikates Blatt mit originaler Zeichnung und Signatur, halte ich für wirklich jeden erschwinglich. Es gab Drucke, in hoch limitierten Stückzahlen auf der Veranstaltung, die preislich weitaus höher lagen. Ich will ja auch verkäuflich sein. Hätte diese Dame nun einen höheren Preis gezahlt, wäre ihr das Bild das eben auch wert gewesen und sie hätte eine Bereicherung durch die Aussage des Bildes erhalten, das sie zum Denken und Reflektieren anregt. Es hätte ihren Horizont erweitert, wenn ihr dieser Preis wert ist.

 

AC: Sie halten hohe oder vielleicht auch überzogene Preise für gerechtfertigt?

ME: Ich halte diese Frage nun für nicht gerechtfertigt. Ich werde sicherlich nicht meine Preise rechtfertigen oder erklären. Entweder, es ist einem das Wert oder man lässt es eben.

 

AC: Was war Ihr eindringlichstes Erlebnis?

ME: Der war tatsächlich am Montag. Ich half gerade Lorcan Cassidy beim Abnehmen seiner Zeichnungen, da beobachtete ich minutenlang einen gedrungenen Mann mit seinem kleinen Sohn vor der Cromane Skulptur stehen. Ich bin dann zu ihm hin und begann das Gespräch mit der Frage, ob er von Cromane sei. Und es stellte sich heraus, dass er ein ehemaliger Fischer sei und sein Boot in der Bucht von Cromane lag. Er fragte mich, ob er die Skulptur einmal anfassen dürfte, er sei auch sehr vorsichtig, und seine geschundenen prankigen Hände umfassten die gesamte Skulptur. Unter Tränen sagte er, dass er diese "blöden" Muscheln sein Lebtag lang kennt und er noch nie sowas Schönes gesehen hätte. Wenn ich das erzähle, schießt mir noch immer das Wasser in die Augen. Das fand ich sehr bewegend. 

 

Markus Ehrhard Installation Balance Kunst
Installation "BALANCE"

AC: Und Ihr Fazit?

ME: Das K-Fest hat ganz klar die Weichen in meinem Leben nun neu gestellt. Ich werde ORNITO und meine Buchveröffentlichungen weiter betreiben, aber ich werde meine künstlerische Tätigkeit nun weiter ausbauen und meinen Fokus darauf legen.

 

AC: Werden Sie sich im nächsten Jahr wieder bewerben?
ME: Mit Sicherheit! Ich arbeite ja schon an einer sechsteiligen Installation. Nachdem die "Balance" ihre Fragilität gezeigt und auch erfüllt hat, habe ich die Elemente der Strandfunde, also den Holzbalken, den Gummistiefel und den Stein zu einer neuen Installation mit dem gleichen Hintergrund zusammengesetzt.

 

AC: Der Stein ist ja nun nicht unbedingt Teil der Strandverschmutzung?

ME: Ist der in der Tat nicht, aber er symbolisiert mit dem Farbauftrag den geschützten Naturbereich. Das war dann auch für mich ein seltsamer Moment, als ich mit einer Waage am Strand von Rossbeigh saß und nach einen Stein suchte, der genau soviel wiegt wie der Gummistiefel, also 1,624 kg. In dem Moment dachte ich, so muss sich auch Yoko Ono in einer Performance fühlen. Und damit ich mit diesem Thema der Umweltverschmutzung weitere Betrachter anspreche arbeite ich bereits einem Gemälde in Acryl, an einem Mosaik, einem Foto und an Zeichnungen in Tusche und Copic Markern, alle in Originalgröße. Diese unterschiedlichen Bilddarstellungen stehen auch für die verschiedenen Betrachtungspunkte zum Thema und sollen in der Wiederholung ein ikonisches Symbol erzeugen. Aktuell zeichne ich mindestens 5 Stunden am Tag.

 

AC: Sie sind ja bereits sehr konkret. Verraten Sie da nicht schon zu viel?

ME: Nein. Ich halte bewusst nichts zurück. Ich habe ja nur einmal Zeit etwas zu machen und da betreibe ich es nun in der Kunst wie im Design, dass ich explizit auch einzelne Schritte und Stadien zeige und damit auch dokumentiere. Dadurch vermeide ich, dass ich nachgeahmt werde oder ein anderer mit der gleichen Idee kommt.

 

AC: Apropos Design und Kunst. Die abschließende Frage können Sie nun sicher kurz beantworten: Wie würden Sie nun Design und Kunst für sich formulieren?

ME: Mit meinem Design gebe ich Dir Möglichkeiten, wie Du sein möchtest. Mit meiner Kunst sage ich Dir, wer Du bist!

AC: Did you also have the courage to exhibit the, as you call them, "dick pics"?

ME: Of course I did, that's why I drew this cycle "Safe Space". And I would like to emphasize that I also sold very well from this series. At the K-Fest, I had placed some of these ink drawings in the back of my taut leash.  It's inexplicable to me, but children and young people are targeted and attracted like by a magnet directly to these works and showed them directly to their their parents. One mother then said annoyed that she would now probably has "the conversation" with her kids. And so, I also did something for the enlightenment. A little boy particularly liked a "dick pic" and asked his father if he would buy him a drawing. The stressed father then said to me that the little man is currently drawing small penises everywhere. I reassured the father and explained that these pictures were only a phase. Women reacted particularly positively, because the man, in this case the gay man, is reduced to a symbol with this logo. Men reacted more to the picture titles, some of which come from categories of adult movie sites that were quite well-known. I didn't have to explain "Gang Bang" or "Bukkake" any further, for example.

 

 

 

AC: But aren't these drawings offensive?

ME: No, the "dick pics" are not offensive, they are clear and unmistakable. They would be offensive if they gave the viewer space to imagine. That's the dirty fantasy that takes place in the head and that's not what I'm aiming for.

 

 

AC: What were the reactions of the visitors to your work?

ME: Very different. I had just finished setting up on Friday, an elderly lady stood next to me and said that I should clean the floor under the hanging ink drawings. But that's exactly what Boyle's Hardware is all about. At this point, the floor is probably burned with battery acid and cannot be cleaned. Saturday was very exhausting, from the first minute. Many families with children came, who touched everything that was not high enough or hung without distance. It was loud and horrible all day long! Therefore, it didn't take long for a little girl to shake the installation with both hands and full of verve, it collapsed and the stone hit the little head. The bump was immediately thick, the father white in the face as the wall and fled with the child. In the afternoon, a young man came and I admonished him not to touch the installation. He cheekily said that if you do something like that and exhibit it, you have to expect it. No sooner said than done. The entire work crashed to the ground. Absolute silence in the hall for seconds. Later, this man ran into me as white as chalk and he said that he had a near-death experience. I'm sure the girl and he will never touch anything again and will show a little more respect in the future.

 

 

 

AC: Did Sunday go better then?

ME: On Sunday we had well over a thousand visitors in the hall again, but a completely different audience. The conversations were far more stimulating, people were more interested and also showed much more respect. In addition, many of our friends and neighbours came from Glenbeigh. And from Sunday on, they also bought from me. One lady showed keen interest in an ink drawing. She said that she was too narrow-minded to pay €50 for it. I then told her that at a price of €30 would not have any broadening of her horizons. She left as she came. If could have asked her for €1.000 for the sheet, than she and myself would have had a better life.

 

 

 

AC: What do you mean by that?

ME: For the first time, I have set prices for my artistic work. And €50 for a unique sheet with original hand drawing and signature, I think is affordable for everyone. There were prints in high limitations for a higher price at the show. I also want to be saleable. If this lady had paid a higher price, the picture would have been worth it to her and she would have been enriched by the message of it, which encourages her to think and to reflect. It would have broadened her horizon if this price was worth it to her.

 

 

 

AC: Do you think high or perhaps excessive prices are justified?

ME: I think this question is inappropriate now. I will certainly not justify or explain my prices. Either it's worth it to you or you just leave it.

 

 

AC: What was your most haunting experience?

ME: It was actually on Monday. I was just helping Lorcan Cassidy to take down his drawings, when I watched a stocky man with his little son standing in front of the Cromane sculpture for minutes. I then went up to him and started the conversation with the question of whether he was from Cromane. And it turned out that he was a former fisherman and that his boat was in the bay of Cromane. He asked me if he could touch the sculpture, he was also very careful, and his battered pranky hands encompassed the entire sculpture. In tears, he said that he had known these "stupid" shells all his life and that he had never seen anything so beautiful. When I tell this, my eyes still water. I found that very moving.

  

 

Installation Markus Ehrhard Kunst
Installation "BALANCE RE-INVENTED"

AC: And your conclusion?

ME: The K-Fest has clearly set a new course in my life. I will continue to run ORNITO and my book publications, but I will now focus to expand my artistic activity .

 

 

AC: Will you apply again next year?

ME: Most certainly! I'm already working on a six-piece installation. After the "Balance" had shown and fulfilled its fragility, I put together the elements of the beach findings, i.e. the wooden beam, the rubber boot and the stone, into a new installation with the same background.

 

AC: The stone is not necessarily part of the beach pollution?

ME: It is indeed not, but it symbolizes the protected natural area with the application of paint. That was a strange moment for me as well, when I sat with a scale on the beach of Rossbeigh and was searching a stone that weighed exactly as much as the rubber boot, 1.624 kg. At that moment I thought, that's how Yoko Ono must feel in a performance. And in order to appeal to other viewers with this topic of environmental pollution, I am already working on a painting in acrylic, on a mosaic, on a photo and on drawings in ink and Copic markers, all in original size. These different pictorial representations also stand for the different points of view of the theme and are intended to create an iconic symbol in repetition. Currently I draw at least 5 hours a day.

 

 

AC: You are already very concrete. Aren't you giving yet too much information?

ME: No. I deliberately don't hold anything back. I only have once time to do something and I'm doing it in art as well as in design, where I explicitly show and documentate individual steps and stages. This way I avoid being imitated or someone else later coming up with the same idea.

 

AC: Apropos design and art. Here is the final question, which I am sure you can answer briefly: How would you formulate design and art now for yourself?

ME: With my design, I give possibilities of how you want to be. With my art, I say who you are!