Der Pigot Diamant - 47,38 ct

Der Pigot blickt auf eine bewegte Geschichte mit vielen Besitzern und einem ungewöhnlichen Verkauf, weshalb er auch als Lottery Diamond bezeichnet wird, zurück. Es gilt als belegt, dass der Edelstein im 18. Jahrhundert in der Region der Golkonda Mine in Indien gefunden wurde und gelang dort als Schenkung in den Besitz des britischen Gouverneurs des indischen Madras, George Pigot. Dieser überführte den roh geschliffenen Diamanten im Juni 1764 an Bord der East Indiaman Plassey nach England und wurde in London über einen Zeittraum von zwei Jahren und Kosten in Höhe von 3000 GBP zu einem ovalen Diamanten mit wenig Tiefe und Brillanz geschliffen.

Nach dem Tod von Pigot im Jahr 1777 erbten seine Brüder Robert und Hugh den Diamanten und diese nach ihrem Tod an insgesamt 6 Kinder. Die Erbengemeinschaft versuchte vergeblich den Edelstein zu verkaufen. Am 02. Juni 1800 wurde dann im Britischen Parlament die Durchführung einer Lotterie zum Verkauf des Diamanten zugestimmt und 11428 Tickets für eine Summe von 23998 GBP verkauft. Gewinner waren John Cruikshank, Richard Blanchford, John Henderson aus London sowie William Thompson aus Walworth mit der Losnummer 9488. 1802 verkauften diese den Diamanten über das Auktionshaus Christie’s an die Juweliere Rundell und Bridge (die ebenfalls den Nassak Diamanten kauften und umschliffen), die ihn 1804 Napeoleon Bonaparte vergeblich zum Kauf anboten. Im Jahr 1822 haben die Juweliere den Pigot dann an den Khedive Muhammad Ali von Ägypten verkauft. Ab dann verschleiern sich die Listen der Besitzer und der Verbleib.

 

Die Abmessungen zum Pigot sind nicht dokumentiert, lediglich die Karatzahl mit 47,38 ct ist bekannt. So wurde die Nachfertigung auch nur auf Vermutung geschliffen und wiegt mit seinen 100 ct doppelt so viel gegenüber dem Original. Der originale Pigot wird als flacher Diamant mit wenig Tiefe und somit auch wenig Brillanz beschrieben. Der Nachschliff hingegen hat eine Tiefe und kommt dem klassischen Brillantschliff entgegen.

 

Reproduktion in Edeltopas, 100,00 ct, von Emil Juchem.

Copyright Markus Ehrhard für Foto und Kontent.